Show wie noch nie
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Was lange währt, wird endlich gut: seit 2001 forderte der Hamburger Radiosender Oldie 95 einen Platz, der an die glorreiche Karriere der Beatles erinnert - am 11. September 2008 wurde der nun so genannte Beatles-Platz feierlich eröffnet.

Welche sonstigen Spuren die Beatles in der Hansestadt hinterlassen haben, lesen Sie im nachfolgenden Bericht.

„Ich wuchs in Hamburg auf...
                                                  ...nicht in Liverpool.“

Treffender als John Lennon hätte niemand formulieren können, welch großen Stellenwert die Beatles ihrer Zeit in Hamburg auch Jahre später noch beimaßen. Über einen Zeitraum von knapp zweieinhalb Jahren hinweg standen John Lennon, Paul McCartney und George Harrison - zunächst mit Stuart Sutcliffe und Pete Best, dann mit Ringo Starr - auf den Bühnen der Hansestadt.

Hier entwickelten sie ihren Stil, hier lernten sie, was es heißt, Abend für Abend, Nacht für Nacht auf der Bühne seinen Mann zu stehen. Mit einem Wort: in Hamburg legten die Beatles den Grundstein für ihre unglaubliche Karriere. Wer weiß schon, ob sie ohne die dort gemachten Erfahrungen überhaupt je zu den Fab Four geworden wären...

Doch das alles liegt nun mehr als vierzig Jahre zurück, Hamburg ist definitiv Vergangenheit.

Das heißt - haben Sie ein wenig Zeit? Dann lassen Sie uns doch einfach mal eine kleine Reise unternehmen, zurück in das Hamburg der frühen 60er Jahre. Haben die Beatles irgendwo Spuren hinterlassen, die auch heute noch zu finden sind?

Hamburg, 7. September 2004

Unser Trip beginnt bei den St. Pauli Landungsbrücken, direkt am Nordufer der Norderelbe gelegen. Vom so genannten „Großbereich Hamburg“ aus leicht zu erreichen mit U- (U3) oder S-Bahn (S1, S2, S3). Hier landeten auch die Beatles - am 17. August 1960 - natürlich nicht mit der Bahn, sondern wie damals üblich mit dem Schiff. Genau von hier aus starteten sie ihre Hamburger Karriere.

In den 60ern war am Hamburger Hafen natürlich eine Menge mehr los als heutzutage. Der zweitgrößte Hafen Europas (!) wird nicht umsonst „Deutschlands Tor zur Welt“ genannt. Jetzt ist die ehemals „raue Seefahrerromantik“ eher einer Art Freizeit-Feeling gewichen. Klar, als Tourist wird man eher eine Hafenrundfahrt auf dem „großen“ oder „kleinen Schiff“ machen, als sich dorthin zu begeben, wo die Frachtschiffe anlaufen.

Die Beatles trieben sich in ihrer Freizeit gerne an den Landungsbrücken herum. Von hier aus starteten sie diverse Ausflüge - per pedes oder auf dem Wasser - und begaben sich des öfteren zur nahe gelegenen britischen Seemannsmission, um ein wenig mit ihren Landsleuten zu plaudern und auf diese Weise mit ihrer Heimat in Kontakt zu bleiben.


Das nächste Ziel unserer kleinen Reise in die Beatles-Vergangenheit heißt Große Freiheit. Zu Fuß gelangen wir über Helgoländer Allee und Reeperbahn dorthin, wer ein wenig fußfaul ist, nimmt eine der bereits genannten S-Bahnen (Haltestelle Reeperbahn). Während der Bahnfahrt fällt uns auch der uralte Kalauer mit Opa ein, der seinem Enkel verbietet, in gewisse Etablissements auf der Reeperbahn zu gehen: „Da siehst du Dinge, die du nicht sehen darfst!“ - und, was glauben Sie, hat der Junge da gesehen? Seinen Opa...

Ja, dank solcher Erinnerungen ist die Bahnfahrt eine kurzweilige Sache. Schwups, sind wir auch schon da: die Große Freiheit zweigt von der Haltestelle aus gesehen links von der Reeperbahn ab. Diese Straße mit dem großen Namen war der Hauptwirkungskreis der Beatles. Indra, Kaiserkeller, Star-Club - diese Stätten einer ehemals glorreichen Epoche lassen auch heute noch Beatles-Fanherzen höher schlagen!

Doch zunächst macht sich Ernüchterung breit: am helllichten Tag, ohne Neon-Illumination, sieht die Große Freiheit gar nicht so groß aus. „Tagsüber geschlossen“ heißt die Devise, erst abends wacht diese Straße aus ihrem tiefen Schlummer auf. Gut, so werden wir wenigstens nicht davon abgebracht, unserem eigentlichen Ziel zu folgen: auf den Spuren der Beatles zu wandeln.


In Richtung Norden als Einbahnstraße verlaufend, finden wir auf der linken Seite zunächst die Gaststätte Gretel und Alfons. Hier, in der Großen Freiheit 29, ließen sich die Musiker des Star-Clubs während ihrer Auftrittspausen nieder, natürlich auch unsere vier Lieblinge. Und: Paul McCartney hatte dort 27 Jahre lang sogar noch einen „Deckel“ - diese offene Rechnung beglich er am 3. Oktober 1989, als er für seine damalige Deutschland-Tour eine Pressekonferenz im nahe gelegenen Kaiserkeller gab.


Aber bevor wir uns dahin begeben, statten wir dem Star-Club einen Besuch ab. Besser gesagt dem, was von ihm übrig geblieben ist. Denn nachdem am 31. Dezember 1969 der letzte Vorhang fiel und danach das Salambo - ein, äh, etwas anrüchiges Theater - dort seine Räumlichkeiten eröffnete, brannte das Gebäude 1983 aus und wurde 1987 abgerissen. Doch die siebeneinhalb Jahre davor - genauer vom 13. April 1962 bis zum 31. Dezember 1969 - galt der Star-Club als Hamburgs absolutes Beat-Mekka.

Vom 13. April 1962 bis zum 31. Mai 1962 absolvierten die Beatles (noch mit Pete Best am Schlagzeug) ihre ersten 48 Nächte in diesem Club. Schon da waren sie ausreichend „Hamburg-erprobt“ und konnten zeigen, dass sie die erklärte Nummer Eins waren und deshalb nur zu Recht bereits am Eröffnungstag des Star-Clubs auf der Bühne standen.

Zweimal noch reisten die Jungs 1962 hierher: vom 1. bis zum 14. November 1962 traten sie - diesmal im amtlichen Beatles-Line-up, also mit Ringo Starr an den Drums - erneut im Star-Club auf und trafen schon da auf Billy Preston, mit dem sie 1969 ihr letztes Album Let It Be einspielten. Die letzten Tage des Jahres (18. bis 31. Dezember 1962) waren sie zum endgültig letzten Mal die „Stars aus Liverpool“ im Star-Club, drei ihrer Konzerte wurden auf Tonband aufgezeichnet und erschienen als Zusammenschnitt im Mai 1977 - übrigens gegen den Willen der Beatles - auf Platte. Nebenbei: erst weitere 21 Jahre später (!) wurden weitere Veröffentlichungen dieser Aufnahmen gerichtlich untersagt.

Doch das war gestern - ein neben uns haltender Reisebus mit fotografierenden Belgiern (aha, wir sind nicht die einzigen!) holt uns in die Gegenwart zurück. Fast hätten wir ihn übersehen - den Eingang des ehemaligen Star-Clubs. Denn nur eine dunkle Steinplatte an der linken Seite dieses Hausdurchgangs weist darauf hin.

Im Innenhof finden wir - links herum, nicht auf den ersten Blick zu sehen - zwei weitere Steintafeln. Eine große soll das ursprünglich über dem Eingang hängende beleuchtete Display nachbilden, auf dem unter „Hier gastierten:“ die hier spielenden Künstler aufgelistet waren. Und siehe da: die Beatles stehen praktisch an Nummer Eins - direkt links oben (auf dem Original waren sie noch mittig rechts zu finden).

Eine kleine Steinplatte weist auf die Feierlichkeiten anlässlich des 40. Star-Club Jubiläums am 13. April 2002 hin. Ist schon ein erhebender Moment: etwas verklärt zücken wir unser Handy und teilen den Daheimgebliebenen mit: „Hey, ich steh‘ hier direkt am Star-Club!“ - ach ja, wie gerne wären wir 1962 dabei gewesen (und hätten uns damals vor lauter Aufregung bestimmt in die - äh, weiter im Text)...

Wir schauen uns um und richtig: das muss der ehemalige Paradieshof sein. Einstmals waren hier einige Kneipen bzw. Lokale ansässig, in denen auch die Beatles „tagten“. Hölle, Flunder, Schlachter-Heinz - nichts von alledem ist mehr vorhanden. Statt dessen logiert hier nun das Rock-Cafe.


Zurück geht’s auf die Große Freiheit, weiter in Richtung Schmuckstraße. Direkt an der Ecke, Große Freiheit 36, finden wir den Kaiserkeller. Na, wenigstens der ist noch da! Eine Straßenreklame mit großer (natürlich nur abends) beleuchteter Gitarre weist uns den Weg - einmal schräg über die Straße, und wir sind da (vor dem Überqueren lassen wir jedoch erst mal den nächsten Bus mit Beatles-Interessierten passieren).

Auch der Kaiserkeller ist einer der ganz großen Namen der Beatles-Geschichte: sie standen hier vom 4. Oktober bis 30. November 1960 tagtäglich für sieben bis acht Stunden auf der Bühne. Die Spielzeiten (jeweils 90 Minuten Auftritt, anschließend 30 Minuten Pause) waren genau geregelt, und der Vertrag stellte unmissverständlich klar: „pünktliches Beginnen ist Pflicht“!

Die Beatles merkten schnell: Hamburg war nicht Liverpool. Hier hieß es, sich durchzubeißen. Und das Publikum wollte etwas für sein Geld sehen: „Mach Schau!“ feuerten sie die Band an, wenn sie nach stundenlanger Performance wieder einmal halb vor dem Umkippen standen. Um die Nächte durchzustehen, warfen die Jungs fleißig hübsche bunte, aber äußerst ungesunde Pillen ein und machten somit erstmals Bekanntschaft mit Drogen. Auch Ringo Starr, den Drummer von Rory Storm and the Hurricanes, einer anderen zeitgleich im Kaiserkeller spielenden Liverpooler Band, lernten sie dort kennen.

Pech für unsere Jungs: da George Harrison noch keine 18 war, mussten sie Hamburg Hals über Kopf wieder verlassen. Stuart Sutcliffe blieb dort, Paul McCartney übernahm daraufhin den Bass.

Der Eingangsbereich des Kaiserkellers zeugt auch heute noch von den vergangenen Zeiten: dort finden wir eins der handgemalten Plakate, die dem damaligen Publikum „Rory Storm and his Hurican“ und „The Beatles“ - beide aus „England-Liverpool“ - schmackhaft machen sollten. Dem nun ausgelegten Flyer können wir entnehmen, dass heute eher Gothic, Wave und Industrial angesagt sind. Nett...


Erneut müssen wir die Straßenseite wechseln - und stehen nach nur wenigen Schritten direkt vor der St. Josephskirche. Nein, hier sind die Beatles natürlich nicht aufgetreten. Sie haben auch nicht von der Kanzel herab gepredigt, sondern sollen vielmehr von dort hinuntergepinkelt haben.

Jedenfalls gilt dieses Delikt nicht nur als Gotteslästerung, sondern auch als der Grund dafür, dass die Band erst am 26. Juni 1966 wieder in Hamburg auftreten durfte. Denn erst da war die unrühmliche Sache mit einem Brief der Staatsanwaltschaft, in dem „wegen Abwesenheit der Beschuldigten“ das Verfahren als vorläufig eingestellt galt, aus der Welt.

Puh, da hatten unsere Helden aber Glück, dass Pfarrer Mackels sich nicht mehr so recht an das eigentliche Geschehen erinnern konnte (und auch keine weiteren Zeugen des Vorfalls zu finden waren). Tja, der liebe Gott sieht alles - aber er verpfeift uns nicht!


Nach diesem kurzen Moment inniger Andacht gehen wir weiter, immer noch in nördlicher Richtung. Wir überqueren die Simon-von-Utrecht-Straße und betrachten kurz das hier angebrachte Straßenschild der Großen Freiheit. Scheint ganz schön heruntergekommen zu sein - ob die zweite Schraube noch lange hält? Na ja, wahrscheinlich wurden hier ein paar Fans bei der Demontage ihres begehrten Souvenirs gestört.


Wir lassen das nun wieder auf der rechten Seite der Großen Freiheit liegende Grünspan Grünspan sein (Diskotheken wie diese sorgten Ende der 60er für den baldigen Untergang der Live-Clubs wie jenen, in denen die Beatles auftraten) und widmen uns lieber dem direkt links davon ansässigen Indra.

Nun sind wir endlich an dem Punkt angelangt, wo wirklich alles begann. Am 17. August 1960 - wie schon eine Metallplakette am Eingang mitteilt - traten die Beatles (damals noch John Lennon, Paul McCartney, George Harrison, Stuart Sutcliffe und Pete Best) zum allerersten Mal live in Hamburg auf.

Dieses Gastspiel dauerte genau 48 Tage - besser Nächte - lang, bevor sie am 4. Oktober 1960 in den Kaiserkeller wechselten. Nicht ohne Grund: die Beatles agierten im Indra nicht gerade erfolgreich - so sehr sie sich auch abmühten, die Leute wollten einfach nicht kommen. Den endgültigen Anlass für diese schnelle Verlegung gaben jedoch Anwohner, die sich über die „unzumutbare Lärmbelästigung“ der Band beschwert hatten! Von wegen, in Hamburg sind die Nächte lang...

Auch heute noch liegt das Indra in der Großen Freiheit 64, schimpft sich nun jedoch „R’n’B & Jazz Club“. Doch hinter dem Eingangsgitter des selbstredend tagsüber geschlossenen Lokals findet der hungrige Fan wenigstens Remakes zweier Plakate der „Bravo Beatles Blitztournee“ von 1966 sowie „Die Not hat ein Ende“, jenen schon legendären Postern, mit denen einst die Eröffnung des Star-Clubs für den 13. April 1962 angekündigt wurde.


Langsam schwellen unsere Hinterpfoten an. Die bisher aufgesuchten Lokalitäten liegen zwar alle in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander (und da denkt man immer, die Beatles wären in Hamburg so weit herumgekommen), aber anschauen, knipsen und in vergangenen Zeiten schwelgen dauert auch seine Zeit.

Doch wir haben nun die Große Freiheit „abgearbeitet“ und marschieren weiter zur am nördlichen Ende gelegenen Paul-Roosen-Straße.


Dort finden wir - nach einigen Metern linkerhand - endlich das ehemalige Bambi-Kino, ziemlich von Efeu überwuchert. „Hier wohnten die Beatles 1960“ informiert uns ein Schild, das direkt links neben der Haustür angebracht ist. Leicht zu finden, wenn man das Efeu sanft, aber bestimmt zur Seite schiebt. Im gleichen Bilderrahmen entdecken wir außerdem das allseits bekannte „Preludin“-Foto, auf dem die Beatles ihren staunenden Betrachtern zeigen, womit sie die harten Hamburger Nächte damals bewältigt haben. Sie erinnern sich an die bereits erwähnten hübschen bunten Pillen?

Nun machen wir auf dem Absatz kehrt und schlendern die Paul-Roosen-Straße in östlicher Richtung lang. Hier herrscht dank etlicher fremdländischer Lebensmittelläden deutlich mehr Leben als eben noch auf der Großen Freiheit (tagsüber, wohlgemerkt). Über die Clementz-Schultz-Straße gelangen wir weiter zur Detlev-Bremer-Straße.

Links hoch, dann rechte Seite - genau. In diesem Wohnblock hat sich dereinst das Hotel Germania befunden, in dem die Beatles während ihres zweiten Star-Club-Gastspiels vom 1. bis 14. November 1962 logierten. Doch Spuren der Band sind hier keine zu finden.

Weiter geradeaus gelangen wir auf das Heiligengeistfeld, auf dem dreimal jährlich der Hamburger Dom, eines der größten Volksfeste Deutschlands steigt. Während eines solchen Jahrmarktes posierten die Beatles Ende 1960 vor der Kameralinse Astrid Kirchherrs, die dabei eine Reihe heute weltberühmter Bilder von der Band schoss.

Doch ohne Kirmes ist das Heiligengeistfeld nur ein großes, karges Areal, das nicht unbedingt zu einem weiterem Verweilen einlädt. Da sich auch noch unser Magen meldet und dringend nach etwas Essbarem verlangt, tippeln wir wieder über die Detlev-Bremer-Straße Richtung Reeperbahn zurück.

Nach einem Essen im Restaurant „Zur Goldenen Möwe“ (amerikanisch - Hamburg ist international) treffen wir in westlicher Richtung auf die Davidstraße. Die Ampel ist natürlich rot und erlaubt uns einen ausführlichen Blick zur Davidwache hinüber, dem sich direkt links davon das St. Pauli-Theater anschließt. Hui, gleich zwei Fliegen mit einer Klappe!


Die Davidwache ist dank zahlreicher TV-Krimis das bekannteste Polizeirevier Deutschlands. Auch Paul McCartney und Pete Best kennen es: sie wurden Anfang Dezember 1960 wegen Abbrennens eines Kondoms im Hausflur des Bambi-Kinos der versuchten Brandstiftung bezichtigt. Vor ihrer Abschiebung nach England durften sie sich jedenfalls eine der zahlreichen Zellen dieser Polizeistation für ein paar Stunden von innen ansehen. Wir ersparen uns, mal anzuklopfen und es den beiden gleich zu tun.

Das St. Pauli-Theater gehört wiederum Kurt Collien, jenem Herrn, der höchstpersönlich dafür sorgte, dass die Beatles 1966 während ihrer Bravo-Beatles-Blitztournee auch nach Hamburg kamen. In den Jahren 2001 und 2002 wurde hier mit großem Erfolg die Beatles-Show All You Need Is Love aufgeführt.

Langsam wird es Zeit, sich auf den Heimweg zu machen. Also geht es weiter Richtung S-Bahn-Station Reeperbahn. Vorbei an diversen diskreten Etablissements (da fällt uns auch die Geschichte mit Opa wieder ein...). Vorbei aber auch an der Stelle, an der einst der Top Ten Club lag. Hier, an der Reeperbahn 136, erinnert nun rein gar nichts mehr weder an diesen Club noch an die glorreiche Beatles-Zeit, dabei gäbe es auch hier genug Gründe für ein paar Erinnerungen.

Denn die Zeit in diesem Club (vom 1. April bis zum 1. Juli 1961) brachte die Beatles damals enorm nach vorne. Im Top Ten Club lernten sie den englischen Sänger/Gitarristen Tony Sheridan kennen und begleiteten ihn während seiner Auftritte. Polydor-Produzent Bert Kämpfert wurde ebenfalls dort auf sie aufmerksam und produzierte mit ihnen einige Songs - einige allein, andere mit Tony Sheridan. My Bonnie erschien am 23. Oktober 1961 in Deutschland als erste Single der Beatles (oder Beat Brothers, wie sie auf der Platte hießen). Die Band tat ihr bestes, um die Platte in ihrer Heimatstadt zu promoten und erweckte mit diesem Song irgendwann das Interesse Brian Epsteins. Der Rest ist wohlbekannte Beatles-History...

Ob der tätowierte Mucki-Protz, der jetzt mit verschränkten Armen am Eingang des hier früher ansässigen Top Ten Club steht, irgendwas davon ahnt? Nein, so finster, wie der dreinschaut, möchte er wohl lieber nicht mit so etwas Banalem behelligt werden. Also entern wir wieder die S-Bahn, machen uns auf den Heimweg und lassen die vergangenen Stunden noch einmal Revue passieren.

Ja, hier wohnten, hier lebten also die Beatles. Einerseits ist es - aus rein subjektiver Fan-Sicht betrachtet - reichlich ernüchternd, wie wenig im Grunde dafür getan wird, das Andenken an die Beatles zu wahren. Auf der anderen Seite überkommt uns jedoch ein erhabenes Gefühl, für ein paar Stunden quasi in den berühmten Fußstapfen der vier - zeitweise fünf - Liverpudel gewandelt zu haben. Und schon dafür hat sich dieser Trip gelohnt!

Damit sind wir auch schon am Ende unserer kleinen Reise in Hamburgs Vergangenheit, auf den Spuren der Beatles, angelangt. Sollten Sie nun Lust bekommen, es auf eigene Faust zu versuchen (und dabei vielleicht weitere denkwürdige Orte aufspüren), hat dieser Bericht seinen Zweck erreicht.

Abgesehen davon, vielleicht in den Abendstunden in die Große Freiheit einzukehren und dabei einige der bereits „von außen“ vorgestellten Lokalitäten einmal von innen zu betrachten: wie wäre es z.B. mit einem Ausflug in die Jägerpassage (Wohlwillstraße 22), dorthin, wo 1961 das Cover der John Lennon-LP Rock’n‘Roll entstand? Oder zum Paul Hundertmark Jeans&Western Store (Spielbudenplatz 9), in dem die Beatles einst ihre Cowboystiefel kauften? Ein Ausflug in die Herbertstraße ist natürlich obligatorisch, falls sie erstens volljährig und zweitens genügend moralisch gefestigt sind. Auch die Beatles sollen früher öfter dort gesehen worden sein...

Wie dem auch sei - auf jeden Fall wünsche ich Ihnen viel Freude bei Ihren eigenen Erkundigungen. Und da ja jetzt der eingangs genannte Beatles-Platz fertig gestellt ist, gibt es noch einen Grund mehr, ein Ticket Richtung Hamburg zu lösen. Wir sehen uns!





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